Ökostrompreise in 2012: Welche Entwicklung?

14 Februar 2012 von Christian H. Kommentieren »

Die Produktion von Ökostrom wird staatlich gefördert, dies geschieht durch garantierte Abnahmepreise seitens der Netzbetreiber. Diese Preise liegen über dem normalen Strompreis und damit die Betreiber diese Differenz nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen, wird sie auf alle Kunden umgelegt, bzw. verteilt.

Keine nennenswerte Preissteigerung bei Ökostrom in Sicht

Nach der Energiewende wird der normale Stromabnehmer mit einer minimalen Preissteigerung von etwa drei Euro im Jahr rechnen müssen denn die Umlagen für die staatlichen Beihilfen sind um etwa 0,7 Cent gestiegen. Der Kilowatt-Preis liegt derzeit bei etwa 23 Cent, die jährliche Stromrechnung im bundesdeutschen Durchschnitt bei gut 700 Euro. Wem das zu teuer ist, sollte einen Anbietervergleich durchführen und zu einem günstigeren Tarif wechseln. So raten es verschieden Verbraucherportale und Blogs wie Tarifinsider.de.

Der Ökostrommarkt stabilisiert sich

Die minimale Preissteigerung in diesem Jahr wird laut Netzbetreiber auf den Umstand zurückgeführt, dass ab 2012 eine Reserve der Umlagen gebildet werden darf. Dies war vordem nicht erlaubt. Die Reserven können bis zu 10% betragen, 2012 werden diese aber nicht voll ausgeschöpft. Mit einem solchen Liquiditätspuffer könnten zu starke, jährliche Schwankungen auf dem Ökostrommarkt ausgeglichen werden. So wird es für den Verbraucher vorhersehbarer und er wird nicht von plötzlichen Preissteigerungen überrascht. Dies war 2011 der Fall, da die Umlagezahlung aus dem Vorjahr zu niedrig angesetzt gewesen war und die Netzbetreiber in Vorleistung gehen mussten.

Gründe für den starken Anstieg in den letzten Jahren

Der Grund für den starken Anstieg der Umlagen ist auf den rasanten Neubau von Solaranlagen zurückzuführen. Solche privaten und auch gewerblichen Anlagen werden von staatlicher Seite stark bezuschusst, tragen aber im Endeffekt wenig zur allgemeinen Stromerzeugung bei. Die private Einspeisung betrug beispielsweise im ersten Quartal 2011 2,75 Milliarden Kilowattstunden, das ist weniger als 4% des Energiebedarfs der privaten Haushalte. In dieser Bilanz ist der Verbrauch der Industriebetriebe und Gewerbetreibenden noch nicht mit eingerechnet. Insgesamt ist der Energiebedarf der deutschen Haushalte seit 2005 um gut 7% gefallen, alles eingerechnet wird vermehrt Ökostrom verbraucht und sehr viel weniger an fossilen Brennstoffen. Dass dieser erfreuliche Trend sich auch weiterhin fortsetzt, dafür ist eine Preisstabilisierung auf dem Ökostrommarkt sehr förderlich. So können Produzenten und Verbraucher langfristiger planen und mit den vorhandenen, finanziellen Reserven besser wirtschaften.

Ähnliche Artikel

Hinterlasse eine Antwort